Ideacon

Praxisbeispiel: Neuausrichtung der Werkstattprozesse

Ausgangssituation und Auftrag

Ideacon wurde von einem OEM beauftragt, Prozesse und Arbeitsweisen in den Werkstätten für Antriebe neu auszurichten. Die Erhöhung von Werkstattkapazitäten im Entwicklungsbereich, unter anderem aufgrund regulatorischer Vorgaben und höherer Produktvarianz, führte zu geringer Termintreue und hoher Nacharbeitsquote.

Es gab also ein Effektivitätsproblem und ein Effizienzproblem zugleich. Mehr Kapazität allein hätte das nicht gelöst.

Vorgehen

Die Analyse der Werkstattprozesse beinhaltete Interviews mit Auftraggebern und Werkstattmitarbeitenden sowie Vor-Ort-Analysen der Auftragsprozesse im Sinne eines Gemba Walks. Im Ergebnis identifizierte Ideacon zwei Handlungsbereiche: unvollständige Vorleistungen durch die Auftraggeber und die unzureichende Koordination der Aufträge.

Anschließend definierte Ideacon einen durchgängigen Prozess vom Auftragseingang bis zur Übergabe des fertigen Versuchsträgers. Im Zentrum stand eine neue zentrale Stelle zur Auftragssteuerung. Ihre Aufgaben umfassten die langfristige Planung der Werkstattauslastung, die Bearbeitung eingehender Aufträge, die Steuerung laufender Aufträge und die Kommunikation mit dem Auftraggeber.

Ideacon standardisierte die Auftragsbeschreibungen und legte Übergabezeitpunkte fest. Das stabilisierte die Vorleistungen. Zur Steigerung der Bearbeitungsqualität führte Ideacon eine Abnahme einschließlich Funktionsprüfung durch den Werkstattmeister ein. Ein neues Tool unterstützte die Mitarbeitenden in der Auftragssteuerung bei Planung, Steuerung und Monitoring.

Ergebnis und Kundennutzen

Ideacon implementierte einen nachhaltigen Werkstattprozess mit optimierten Schnittstellen. Dieser wurde durch regelmäßige Lessons Learned mit den Auftraggebern kontinuierlich verbessert. Maßnahmen zur Qualitätssteigerung wurden konsequent weiterverfolgt.

Die Qualität wird künftig für jeden Auftrag gemessen. Dadurch wird aus Werkstatterfahrung ein steuerbarer Qualitäts- und Leistungsprozess.

Entwicklungswerkstätten steuerbar machen

Entwicklungswerkstätten stehen oft unter hohem Termindruck und hängen stark von Vorleistungen anderer Bereiche ab. Wenn Informationen, Hardware oder Prioritäten fehlen, entstehen Wartezeiten, Rückfragen und Nacharbeit.

Eine zentrale Auftragssteuerung schafft Transparenz. Standardisierte Übergaben stabilisieren die Vorbereitung. Messbare Qualität verhindert, dass Fehler erst am Ende sichtbar werden. Der Ansatz wirkt allerdings nur, wenn die Auftraggeber ihre Vorleistungen tatsächlich liefern: Die zentrale Steuerung kann diese Abhängigkeit sichtbar machen, aber nicht auflösen.

Senior Consultant

Erik Flemming