Ausgangssituation und Auftrag
Durch die Einführung des WLTP-Standards zum Nachweis gesetzlicher Vorgaben zu Emissionen und Verbrauch stieg der Aufwand zur Fahrzeughomologation stark an. Die größte Herausforderung für den Auftraggeber bestand darin, die gesamte Modellpalette inklusive hoher Antriebsvarianz rechtzeitig homologieren zu können.
Eine Verspätung hätte zu Angebotsunterbrechungen und damit zu hohen Umsatzverlusten geführt. Ein Automobilhersteller beauftragte Ideacon deshalb mit der Anpassung der Prozesse und Arbeitsweisen in den verantwortlichen Fachabteilungen.
Vorgehen
Im ersten Schritt erarbeitete und visualisierte Ideacon die bestehenden Prozesse für die Typzulassung. Anschließend analysierte Ideacon diese Prozesse in Workshops und identifizierte Anpassungsbedarfe, die sich aus den neuen Anforderungen ergaben.
Unter Beteiligung aller betroffenen Fachbereiche und Schnittstellenpartner erarbeitete Ideacon Lösungen für die Anpassungsbedarfe. Ideacon definierte End-to-End-Prozesse von der Beauftragung bis zur Erreichung der Typzulassung. Die größte Herausforderung lag in der Auflösung zeitlicher Konflikte. Viele Vorgänge mussten enger aufeinander abgestimmt werden, ohne die bestehende Organisation vollständig umzubauen.
Ideacon ordnete die neuen Verantwortlichkeiten zu, ohne die bestehende Organisation umzubauen. Auf Basis definierter Gateways führte Ideacon ein durchgehendes Prozessmonitoring ein. Der Bearbeitungsstatus wurde damit kontinuierlich sichtbar.
Ergebnis und Kundennutzen
Für die Typzulassung entstand ein neuer, stabiler Regelprozess, der die Anforderungen der WLTP-Umstellung berücksichtigte. Das kurzfristig implementierte Prozessmonitoring erhöhte die Transparenz und verbesserte den Informationsfluss zwischen den Schnittstellenpartnern.
Verzögerungen konnten früher erkannt und rechtzeitig mit Maßnahmen adressiert werden. Im Ergebnis war der Kunde in der Lage, seine Modellvarianten ohne relevante Unterbrechung anzubieten. In diesem Projekt war Geschwindigkeit wichtig. Noch wichtiger war gesteuerte Geschwindigkeit.
Regulatorische Anforderungen in stabile Prozesse übersetzen
Regulatorische Änderungen erzeugen selten nur neue Dokumentationspflichten. Sie verändern Abläufe, Termine, Verantwortlichkeiten und Datenflüsse. Genau deshalb reicht es nicht, Anforderungen fachlich zu verstehen. Sie müssen in einen belastbaren Prozess übersetzt werden.
Das Vorgehen lässt sich auf andere Nachweis- und Zulassungsprozesse übertragen: bestehende Abläufe sichtbar machen, zeitliche Konflikte offenlegen, Verantwortlichkeiten klären und den Fortschritt über Gateways steuerbar machen. So wird Compliance nicht zum Sonderprojekt, sondern Teil eines stabilen Regelprozesses.